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Ausgangssituation

Das Umweltbundesamt führt gemeinsam mit dem Nationalpark Thayatal auf österreichischer Seite sowie dem Nationalpark Podyji und dem Wasserforschungsinstitut Brno auf tschechischer Seite das INTERREG III A Projekt Thaya durch. Das grenzüberschreitende Projekt hat die harmonisierte Experten-Bewertung der flussbaulich-gewässerökologischen Situation der Thaya, im Sinne der EU Wasserrahmenrichtlinie, sowie die Initiierung eines Maßnahmenkataloges und gemeinsamer Koordinationsstrukturen zur Umsetzung des Bewirtschaftungsplans zum Ziel. Dieses Projekt ist der erste Schritt für eine bilaterale Abstimmung zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.

Mit Dezember 2000 trat die EU-Wasserrahmenrichtlinie (RL 2000/60/EG; WRRL) in Kraft. In Österreich wurde sie mit der Novelle des Wasserrechtsgesetzes 2003 rechtlich umgesetzt. Die Richtlinie legt die Umweltziele im Umgang mit den europäischen Oberflächengewässern und dem Grundwasser fest. Zudem verlangt die WRRL eine gesamtheitliche Sicht des Gewässerschutzes, der über die Ufer eines Gewässers hinausgeht und Aspekte des Naturschutzes und der Landnutzung berücksichtigt.

Die Bewertung des ökologischen und chemischen Zustandes der Gewässer und darauf aufbauend die Ausarbeitung eines Maßnahmenplanes mit dem Ziel, eine gute chemische Gewässerbeschaffenheit und ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers bis zum Jahr 2015 wieder herzustellen sind zentrale Inhalte der WRRL.

Nach zahlreichen wasserbaulichen Eingriffen und Verschmutzungen sowie ökologischen Studien und Planungen, welche in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend unabhängig voneinander durchgeführt wurden, ist auf tschechischer und österreichischer Seite der Wunsch nach einer engeren Flussgebiets-Kooperation durch Vertiefung und Synthese der vorhandenen Informationen und der Formulierung gemeinsamer Zielsetzungen und Maßnahmen aufgetreten. Damit ist die Thaya ein Modell für die bis 2009 anstehende Umsetzung der WRRL im gesamten Donauraum. Der Einbindung und laufenden Information der Öffentlichkeit wird im Rahmen des Projektes ein großer Stellenwert beigemessen.

Gefördert aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)